Frankreich-Vergleich: Waermedaemmverbundsystem (WDVS) richtig planen

Waermedaemmverbundsystem (WDVS) ist die meistgenutzte Daemmtechnik in Deutschland - und steht zunehmend in der Kritik. Frankreich hat mit der RE2020 die Logik geaendert. Wir vergleichen die Praxis und ziehen Schluesse fuer Stuttgart.

Internationaler Vergleich · 18. Mai 2026 · MMV Bauleitung
Frankreich-Vergleich: Waermedaemmverbundsystem (WDVS) richtig planen

Verbreitung WDVS in DE und FR

In Deutschland kommt WDVS bei rund 80 % der Neubau-Sanierungen zum Einsatz - meistens mit EPS-Daemmstoff. In Frankreich liegt der EPS-Anteil mit der Verschaerfung der RE2020 deutlich unter 50 %, ersetzt vor allem durch Holzfaser-, Hanf- und Schaumglas-Systeme.

Brandschutz

Nach den EPS-Brandfaellen in Berlin und Wuppertal wurden in Deutschland 2024 die Brandriegel-Pflicht verschaerft. Frankreich hat aehnliche Regeln frueher eingefuehrt und arbeitet seitdem staerker mit Mineralwolle in Hochhaus-Klassen.

Lebenszyklus und CO2

EPS ist preiswert, aber CO2-intensiv in der Herstellung. Holzfaser und Hanf binden CO2 und punkten in der RE2020-Bilanzierung. In Stuttgart kalkulieren wir je nach Projekt ca. 10-20 EUR/m2 Mehrkosten fuer Holzfaser - bei KfW 40 NH oft schon durch die Foerderung gedeckt.

Empfehlung Stuttgart

Im EFH-Neubau monolithischer Ziegel statt WDVS pruefen. Bei Sanierung in Bestaenden mit hohen Tauwasser-Risiken kapillaraktive Innendaemmung. Wenn WDVS dann mit Holzfaser oder Mineralwolle, EPS nur wo wirtschaftlich zwingend.

Wichtigstes auf einen Blick

Takeaways

FR: EPS-Anteil unter 50 % (RE2020)
Brandriegel in DE 2024 verschaerft
Holzfaser: 10-20 EUR/m2 Mehrkosten
Stuttgart: Materialwahl an Lebenszyklus orientieren
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