Innendaemmung im Altbau: Wenn die Fassade nicht gedaemmt werden darf

Manche Stuttgarter Altbauten - Sichtklinker, Stuckfassaden, Denkmalschutz - duerfen aussen nicht gedaemmt werden. Dann bleibt die Innendaemmung, die bauphysikalisch anspruchsvollste Variante. Wir erklaeren, wie sie sicher gelingt.

Sanierung · 15. Juni 2026 · MMV Bauleitung
Innendaemmung im Altbau: Wenn die Fassade nicht gedaemmt werden darf

Warum sie heikel ist

Bei Innendaemmung wird die Aussenwand kaelter, weil die Innenwaerme sie nicht mehr erreicht. Verlagert sich der Taupunkt in die Konstruktion, kondensiert Feuchte - und es droht Schimmel. Deshalb ist hier ein bauphysikalisches Konzept (z.B. Glaser-/instationaere Simulation) Pflicht, nicht Kuer.

Kapillaraktive Systeme

Bewaehrt haben sich kapillaraktive, diffusionsoffene Daemmstoffe (z.B. Kalziumsilikat, Holzfaser, mineralische Daemmplatten), die anfallende Feuchte aufnehmen und wieder abgeben. Sie verzeihen mehr als dampfdichte Systeme, die bei kleinsten Leckagen versagen.

Die Details entscheiden

Kritisch sind Anschluesse: einbindende Innenwaende und Geschossdecken bilden Waermebruecken, an denen es punktuell kalt und feucht werden kann. Hier braucht es Daemmkeile und sorgfaeltige Detailplanung - die Flaeche ist das kleinere Problem als die Anschlusspunkte.

Realistische Erwartung

Innendaemmung erreicht nicht die U-Werte einer Aussendaemmung und verkleinert den Raum minimal. Aber sie verbessert Behaglichkeit und Heizkosten spuerbar, wo aussen nichts geht. Wir rechnen vorab durch, welche Daemmstaerke sicher ist - mehr ist hier nicht automatisch besser.

Wichtigstes auf einen Blick

Takeaways

Loesung, wenn Aussendaemmung nicht erlaubt ist
Bauphysik-Simulation ist Pflicht, nicht optional
Kapillaraktive, diffusionsoffene Systeme bevorzugen
Anschluss-Details (Waermebruecken) sind das Risiko
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