Luftdichtheit nach DIN 4108-7: Blower-Door-Test richtig planen

Luftdichtheit ist die unsichtbare Disziplin der Bauphysik - aber jeder zweite Mangel nach Bezug geht darauf zurueck. Der Blower-Door-Test misst sie objektiv und ist KfW-Pflicht. Was er zeigt und wie man ihn plant.

Bauphysik · 21. Mai 2026 · MMV Bauleitung
Luftdichtheit nach DIN 4108-7: Blower-Door-Test richtig planen

Was gemessen wird

Die Luftwechselrate bei 50 Pa Druckdifferenz, ausgedrueckt als n50-Wert (Air Changes per Hour). Anforderung GEG-Neubau ohne Lueftungsanlage: n50 <= 3.0 1/h. Mit Lueftungsanlage: n50 <= 1.5 1/h. KfW 40 NH erwartet typischerweise n50 < 0.6 1/h.

Wann testen

Idealerweise zweimal: einmal beim Rohbau-Innenausbau-Uebergang (vor Verkleidung), und einmal final. Der erste Test deckt Leckagen auf, wenn sie noch beseitigbar sind. Der zweite ist die foerderrelevante Messung.

Typische Leckagen

Anschluss Daempfung an Aussenwand, Dampfbremse an Dachzangen-Durchdringungen, Elektrodosen in Aussenwaenden, Rohrdurchfuehrungen. Eine ordentliche Bauleitung dokumentiert die Luftdichtheitsschicht mit Detailskizzen.

Stuttgarter Erfahrungswert

Bei unseren Neubauten erreichen wir typischerweise n50 zwischen 0.6 und 1.0 1/h beim ersten Test. Das genuegt fuer alle KfW-Klassen. Im Bestand werden Werte ueber 5.0 1/h vor Sanierung haeufig gemessen - nach Sanierung 1.5-2.5 1/h.

Wichtigstes auf einen Blick

Takeaways

GEG Neubau: n50 <= 3.0 1/h
Mit Lueftung: n50 <= 1.5 1/h
KfW 40 NH typisch n50 < 0.6 1/h
Erst-Test im Rohbau noch reparierbar
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