Aufstockung im Bestand: Wann sich ein zusaetzliches Geschoss lohnt

In einer Stadt mit knappem Bauland ist die Aufstockung eine der wirtschaftlichsten Wege, Wohnflaeche zu schaffen. Aber nicht jedes Stuttgarter Gebaeude traegt ein weiteres Geschoss. Wir gehen die drei Pruefebenen durch: Recht, Statik, Wirtschaftlichkeit.

Hochbau · 5. Juni 2026 · MMV Bauleitung
Aufstockung im Bestand: Wann sich ein zusaetzliches Geschoss lohnt

Baurecht zuerst

Entscheidend ist die zulaessige Geschossflaechen- und Hoehenbegrenzung im B-Plan (bzw. Einfuegung nach Paragraf 34). Oft ist eine Aufstockung nur ueber eine Befreiung moeglich. In Stuttgart sind zudem Abstandsflaechen (LBO BW) und der Nachbarschutz haeufig der limitierende Faktor.

Statik des Bestands

Tragen Fundamente und Waende die Mehrlast? Bei Aufstockungen waehlt man bewusst leichte Bauweisen - Holztafel- oder Holzrahmenbau wiegen einen Bruchteil eines Massivgeschosses. Ein Tragwerksplaner weist die vorhandenen Reserven nach, bevor irgendetwas geplant wird.

Leichtbau als Schluessel

Holzbau ist bei Aufstockungen meist die erste Wahl: geringes Gewicht, hoher Vorfertigungsgrad, kurze Bauzeit auf dem bewohnten Gebaeude. Die Montage erfolgt oft in wenigen Tagen mit dem Kran - das reduziert die Stoerung fuer Bewohner erheblich.

Wirtschaftlichkeit

Aufstockung erspart Grundstueck und Erschliessung, erfordert aber Geruest, Kran, Dachabbau und ggf. einen zweiten Rettungsweg. Sie lohnt sich besonders, wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht - dann teilt man sich Geruest und Bauphase.

Wichtigstes auf einen Blick

Takeaways

B-Plan und Abstandsflaechen meist der Engpass
Tragreserven des Bestands zuerst nachweisen lassen
Holz-Leichtbau ideal: leicht, schnell, vorgefertigt
Am wirtschaftlichsten kombiniert mit Dachsanierung
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